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Interview
und online-portfolio
http://theenvironment.vfolio.co.uk/leadgeneration/283/48
Interview
: Thema Matchstickmen
http://artbookguy.com/artchat1_267.html
http://www.artslant.com/ber/articles/show/22043
Ausstellungsankündigung :


http://e-terview.blogspot.com/2011/02/e-terview-with-wolfgang-stiller.html
Wolfgang
Stiller: Embleme des Lebens
15.Oktober - 25.November 2010
Vernissage: Freitag 15. Oktober um 19 Uhr
Galerie Ling (Motzstrasse 65A 10777 Berlin)
www.galerie-ling.de

In seiner von ihm Aspects of life genannten Werkreihe kleinformatiger Bilder
greift der Künstler Wolfgang Stiller auf die Tradition der Emblematik
der Renaissance des 16. und 17. Jahrhunderts zurück. Während diese
sich der spätmittelalterlichen phantastischen Allegorik bediente, nutzt
Stiller die Allegorien und Symbole der Jetztzeit.
Das klassische Emblem ist immer dreiteilig. Es besteht zunächst aus einem Lemma, das ist ein in lateinischer oder griechischer Sprache abgefasstes allgemeines Motto oder ein Lehrsatz, dann aus dem Icon, das ist eine bildliche Darstellung. Lemma und Icon stehen in einem rätselhaften Bezug zueinander, den ein Epigramm, das ist der dritte Bestandteil des klassischen Emblems, zu lösen sucht.
Im
Jahr 1638 erschien die Emblemsammlung Hieroglyphikes of the Life of Man von
Francis Quarles (1592-1644), die Aspekte des menschlichen Lebens in vielfältigen
Facetten beleuchtet, ganz wie das Werk Wolfgang Stillers. Stiller malt allerdings
nicht in ein Buch, er malt auf Farbmusterkarten. Diese Karten sind mit der
Bezeichnung der Farbe, die die Karte zeigt, beschriftet.
Diese Beschriftung ist das Lemma. Auf einigen Karten ist das Lemma übermalt
oder es befindet sich auf der Rückseite der Karte. Alle Karten sind gelocht,
sie waren ursprünglich dazu bestimmt auf der Hängeregistraturstange
eines Farbarchivs zu hängen. Die Stillerschen Embleme bilden also ein
Archiv der Aspekte des Lebens.
Ganz im Sinne der Emblematiker könnte dieses Archiv so betitelt sein:
Hypnerotomachia Wolfi ubi humana omnia nil nisi somnium esse ostendit atque obiter plura sane quam digna satu commemorat.
Wolfs Erzählung vom Kampf zwischen Hypnos und Eros, worin er zeigt, dass alles Menschliche nichts als ein Traum ist, aber doch mehreres darunter als recht wissenswürdig in Erinnerung bringt.
Die
Quelle der Stillerschen Icons liegt im Alltagsleben des Künstlers, sie
sind bildliche Notizen, geboren aus Tageträumereien, in denen man bekanntlich
die tiefsten Einsichten und besten Einfälle hat. Sie lassen sich lesen
als Beschreibungen des Kampfes zwischen Traum und Eros, dem Urquell von Kunst
und Wissenschaft. Die Anschaulichkeit der Stillerschen Icons macht es dem
Betrachter nicht allzu schwer, das treffende Epigramm, also den dritten Bestandteil,
hinzuzudichten und so das emblematische Rätsel auf eine seine eigene
Lebensgeschichte einbeziehende Weise zu lösen.